WOL Proxys wecken entfernte PCs ohne Directed Broadcasts auf.

 

Warum WOL Proxys?

Das WOL-Protokoll ermöglicht das Aufwecken von Computern zunächst nur innerhalb des lokalen IP-Segments. Damit entfernte Systeme auch über Netzwerksegmente und das Internet hinweg erreichbar sind, unterstützt der Auto Shutdown Manager Server zwei unterschiedliche Verfahren: Directed Broadcasts und WOL Proxys.

 

Directed Broadcasts

Die Aufweckpakete werden direkt an den Router des Zielnetzes gesendet und dort als lokaler Broadcast übertragen. Viele Unternehmen lassen dieses Verfahren aus Sicherheitsgründen jedoch nicht zu.

 

WOL Proxys

In der Praxis kommen deshalb meist WOL Proxys zum Einsatz. Dazu wird ein Computer oder ein Java-fähiges Gerät wie ein Raspberry Pi im entfernten Netzwerksegment dauerhaft betrieben. Bei Bedarf weist der Auto Shutdown Manager Server dieses System an, einen Computer im lokalen Segment per Wake-on-LAN aufzuwecken. Sinnvoll sind Geräte, die ohnehin durchgehend laufen, beispielsweise lokale Server, oder Systeme mit sehr niedrigem Energieverbrauch. In kleinen Netzwerken lassen sich WOL Proxys manuell festlegen. Für größere und komplexere Umgebungen steht die nachfolgend beschriebene automatische Generierung zur Verfügung.

WOL Proxy in einem entfernten Netzwerksegment

 

WOL Proxys automatisch generieren und überwachen

Die automatische Generierung, Optimierung, Überwachung und Pflege soll einen zuverlässigen und wartungsarmen Betrieb des WOL Servers unterstützen. Die Analyse kann täglich oder nach einem frei wählbaren Zeitplan ausgeführt werden. So lassen sich Änderungen im Netzwerk zeitnah erkennen und die Auswahl der WOL Proxys bei Bedarf automatisch anpassen.

 

So arbeitet der automatische Generator für WOL Proxys

Die Suche nach geeigneten Computern basiert auf einer automatisierten Analyse der Netzwerkinfrastruktur. Berücksichtigt werden unter anderem Computertypen, aktuelle Laufzeiten, Gruppenzugehörigkeiten und weitere Einstellungen. Administratoren können ungeeignete Gerätetypen wie Notebooks oder rein virtuelle Maschinen sowie bestimmte Netzwerksegmente von der automatischen Proxy-Generierung ausschließen.

Über einen Filter lassen sich vollständige Gruppen ausschließen oder bevorzugen. Bevorzugt werden Clients, die durchgehend eingeschaltet sind. Ein typisches Beispiel sind Server mit 24/7-Betrieb.

Einzelne Netzwerksegmente und WOL Proxys können weiterhin manuell festgelegt werden. Diese Auswahl hat die höchste Priorität und wird bei der automatischen Generierung und Optimierung berücksichtigt. Zusätzlich lässt sich eine Mindestgröße für Segmente definieren, damit für sehr kleine Netze mit nur zwei oder drei Clients nicht unnötig ein WOL Proxy erzeugt wird. Raspberry Pis oder vergleichbare Geräte mit passenden Treibern für EnviProt WOL Proxys werden automatisch erkannt und bevorzugt ausgewählt.

Über eine Vorschau können Administratoren das Ergebnis vorab prüfen. Die generierte Proxy-Liste wird dazu als Excel-kompatible CSV-Datei ausgegeben.

 

Optimierung

Bei der Netzwerkanalyse wird die Anzahl benötigter WOL Proxys minimiert. Dazu erkennt das System redundante Subnetze.

Beispiel:

Netzwerk A wird als redundant erkannt. Dort wird kein WOL Proxy erzeugt, weil alle Clients auch über Netzwerk B erreichbar sind.

Beispiel eines redundanten Netzwerks ohne zusätzlichen WOL Proxy

 

Umgekehrt sucht das System nach Computern, die mehrere Subnetze bedienen können. Im Beispiel wird Computer R1 ausgewählt, weil er als WOL Proxy alle drei Netzwerksegmente erreicht:

WOL Proxy R1 für drei Netzwerksegmente

 

Ausfallsicherheit

Fällt ein als WOL Proxy eingesetzter PC aus, sucht der Auto Shutdown Manager Server im Zielsegment nach einem anderen laufenden PC und setzt ihn vorübergehend als WOL Proxy ein. Reagiert der ursprüngliche Proxy über einen festgelegten Zeitraum nicht, ersetzt ihn das System automatisch durch den am besten geeigneten Kandidaten. Dieser Failover reduziert manuelle Eingriffe und unterstützt eine zuverlässige WOL-Infrastruktur.

 

Weitere technische Details und Beispiele finden Sie zu Directed Broadcasts und zu WOL Proxys.

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